Elektroautos werden als besonders gefährlich wahrgenommen. Oft denkt man, dass sie schneller und öfter brennen als Autos mit Verbrennungsmotoren. Uns kommen Bilder von unlöschbaren Fahrzeugen in den Sinn, die stichflammenartig abbrennen. Aber sind Elektroautos wirklich gefährlicher als normale Verbrenner?

Hierzu schauen wir uns 10 Vorurteile über Elektroautos und deren vermeintliche Gefahren an:

1. Elektroautos kann man nicht löschen.

Elektroautos sind selbstverständlich auch löschbar. Durch den Lithium-Ionen Akku wirkt der Brand von Elektroautos nur spektakulärer, da er eine enorme Brandleistung hat. Ein brennender Akku kann aber von einer großen Wassermenge gelöscht werden. Wie bei allen Antriebsarten, sind vor allem zusätzliche verbaute brennbare Stoffe, der Grund für die hohen Flammen. Speziell entwickelte Löschtechniken können allerdings jeden Brand eines E-Auto beenden.

2. Elektroautos fangen von selbst an zu brennen.

Die im inneren des Fahrzeugs verbaute Batterie fängt entgegen manchen Annahmen nicht einfach an zu brennen. Die Batterie brennt nur dann, wenn sie zum Beispiel durch einen schweren Unfall massiv beschädigt worden ist. Außerdem könnte es zum Brand kommen, wenn die Batterie einen groben Produktionsfehler aufweist, was durch hohe Sicherheitsstandards und Tests bei der Fertigung aber sehr unwahrscheinlich ist. Der dritte Grund ist der, dass das Auto durch eine andere Ursache Feuer fängt. Irgendwann kann dieses dann auf die Batterie überspringen. Unternehmen wie der Gesamtverbund der deutschen Versicherer (GDV) und die Allianz sind sich einig: Das Brandrisiko bei Elektroautos ist geringer als bei Verbrennern. In Test zeigt sich: Bei allen betrachteten im Jahr 2021 verkauften Verbrennern fingen 1,5 Prozent Feuer und bei elektrifizierten Autos waren es im gleichen Zeitraum nur rund 0,03 Prozent. Damit ist das Risiko eines Brandes bei konventionellen Autos deutlich höher. Auch der ADAC bestätigt das in eigenen Untersuchungen. vgl. https://www.autozeitung.de/e-auto-brandgefahr-198944.html

Der deutsche Feuerwehrverband bejaht ebenfalls, dass die Brandgefahr von Verbrennern größer ist, da diese mit brennbarem Kraftstoff fahren.

Vgl: https://www.gdv.de/de/medien/aktuell/e-autos-in-tiefgaragen-keine-erhoehte-brandgefahr-feststellbar-66230 . Bei Crashtests sind Elektroautos übrigens genauso sicher wie Verbrennerautos. Und wenn Sie beim Aufladen auf intakte Ladekabel setzen und geeignete Ladestationen aufsuchen, senken Sie das Brandrisiko weiter.

3. Elektroautos dürfen nur im Freien geladen werden

Diese Annahme ist komplett falsch. Das Laden im Freien ist keineswegs vorgeschrieben. Durch den Einbau verschiedener Sicherheitselemente wie dem LS-Schalter, dem FI- Schalter und einem angemessenen Kabelquerschnitt gelingt eine Ladung ihres Autos auch in Tiefgaragen ohne Probleme. Trotz geringem Risiko kann es im Einzelfall zu einem Brand kommen. Dieser ist am einfachsten löschbar, wenn die Ladestation für die Feuerwehr gut erreichbar ist. In geschlossenen Garagen bietet es sich daher also an die Ladestation in der Einfahrts- oder Ausfahrtsebene aufzubauen.

4. Elektroautos brennen häufig während des Ladevorgangs

Ein Typ2 Stecker, der von der Industrie extra für den Ladevorgang von E-Autos entwickelt wurde, schützt wirksam vor diesem Szenario. In ihm sind fünf Standardanschlüsse eingebaut (PE, N, L1, L2, L3) sowie Datenleitung und Ladekabel-Kontakt. Datenleitung und Ladekabel-Kontakt dienen der Kommunikation zwischen der Ladesäule und dem Auto. Dadurch kann die Ladegeschwindigkeit angepasst werden. Das Fahrzeug überwacht seinen Akku und gibt die Ladeleistung zu jedem Zeitpunkt selbst vor. Ein wichtiger Hinweis: ziehen Sie den Stecker erst bei Beendigung des Ladevorgangs. Prüfen Sie vor der Installation außerdem den Kabelquerschnitt der Zuleitung zur Ladestation. Es ist entscheidend, dass Leiterquerschnitt zur geplanten Ladeleistung passt. Bei ungenügendem Querschnitt müssen gegebenenfalls neue Kabel verlegt werden müssen, was kostenintensiv werden kann.

5. Die Versicherung haftet nicht bei Brandschäden durch E-Autos

Ein möglicher Brand ist über die Teilkaskoversicherung bzw. die Vollkaskoversicherung oder die Gebäudeversicherung abgedeckt. Der Akku des Fahrzeuges ist dabei meistens ausdrücklich mitversichert. Sollte die Akku bei einem nicht durch ihn selbst verursachten   Brand beschädigt werden, werden entstehende Kosten je nach Versicherung ebenfalls erstattet.

6. Elektrifizierte Autos erhöhen die Versicherungsprämie der Haushaltsversicherung

Die Versicherer können aktuell keine gesonderten Ansprüche stellen. Im Brandfall ist der Versicherer in der Zahlungspflicht, solange die Ladestation in ordnungsgemäßem Zustand war. Neu eingerichteten Ladestationen sollte man sicherheitshalber als Gefahrenerhöhung melden. So ist man vor späteren Argumentationen der Versicherer geschützt.

7. Elektrifizierte Autos überlasten den Hausanschluss

Durch dynamisches Lastmanagement wird eine Überlastung des Anschlusses wirksam und zu jeder Zeit vermieden. Hier wird der Stromverbrauch durch einen Stromzähler gemessen und die verfügbare Kapazität dann passend auf die ladenden Fahrzeuge aufgeteilt. Die Planung durch Experten ist hier enorm wichtig, da hiermit eine kostenintensive Erweiterung des Netzanschlusses meist vermieden werden kann.

8.Ladestation und Blitzmagneten zerstören die Hauselektrik 

Eine vorhandene Blitzschutzanlage schützt nicht vor einem Blitzeinschlag, sondern leitet dessen Spannungsspitze ab. Dafür gibt den seit 2018 in allen Häusern vorgeschriebenen Überspannungsableiter. Die Hauselektrik und auch Ladestationen verfügen darüber hinaus auch über einen Fehlerstromschutzschalter. Dieser unterbringt den Stromkreis wenn der Strom einen nicht gewünschten Weg einschlägt, also beispielsweise vom Fön über das Badewasser und von dort in die Kanalisation möchte.

9. E-Autos sind leise aber gefährlich

Elektroautos bergen das Risiko im Straßenverkehr nicht gehört zu werden. Seit 2021 ist allerdings vorgeschrieben, dass Elektrofahrzeuge bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h ein Schallzeichen aussenden müssen. Das gilt nicht nur fürs Anfahren, sondern auch fürs rückwärts einparken. Das Geräusch, das vom Autos ausgehen muss, muss durchgehend gesendet werden. Piepende Impulswellen, wie bei zurücksetzenden LKW bekannt sind als Fahrgeräusch unzulässig.

10. Laden an der Haushaltssteckdose ist gefährlich

Das Laden an einer normalen Steckdose ist leider in der Tat enorm risikobehaftet. Bei Untersuchungen mit einer Wärmebildkamera zeigt sich, dass beim Laden an der Haushaltssteckdose eine große Wärme entsteht, die zu einem Brandrisiko werden kann. Das Benutzen einer Ladestation hingegen schützt wirksam vor einem Kabelbrand. An einer normalen Steckdose können Stecker oder Kabel bei einer hohen Dauerbelastung schnell überhitzen. Im Gegensatz zur Haushaltssteckdose bietet eine Ladestation für den Zweck passende Leitungen sowie zahlreiche Schutzeinrichtungen. Zusätzlich erfolgt das Laden an einer Ladestation deutlich schneller.