Kann man sein Elektroauto auch mit Solarenergie laden?

Die Frage ob ich mein Elektroauto selber mit Solarstrom vom eigenen Dach laden kann taucht immer wieder auf und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wer eine passende Photovoltaik-Anlage hat, kann besonders umweltbewusst und kostengünstig sein Elektroauto laden. Je nach Größe der PV-Anlage fällt klassisch ein Überschuss an, der normal in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Dafür erhältst du als Anlagenbetreiber eine geringe Einspeisevergütung. Statt den Strom in das Stromnetz zu speisen, könntest du damit aber auch CO2-neutral dein eigenes Elektroauto betanken.

So wirst du zum gleichzeitigem Produzent und auch Konsument von grüner und CO2 freien Energie.

In unserem folgendem Beitrag bringen wir dir diese revolutionäre Ladelösung, näher.

 

Wie lädst du mit Solarstrom?

Was brauchst du?

Um dein Auto mit Solarstrom laden zu können benötigst Du neben der Solaranlage und der Ladestation auch noch eine intelligente Schaltzentrale. Diese weiß, wann der Strom vom Dach zur Verfügung steht und gibt dem Auto vor, wann es mit welcher Leistung laden kann. Damit das klappt, müssen beide Teile, Solaranlage wie auch Ladestation, am selben Zähler angeschlossen sein. Zudem muss der Einspeiseüberschuss ein gewisses Mindestmaß erreichen. In der Regel liegt die Mindestleistung bei 1,4 kW, das entspricht 6 A Ladestrom für einphasige Ladestationen. Wird dreiphasig geladen, so benötigt man die 6 A je Phase, also in Summe 4,2 kW an Leistung aus der PV-Anlage.

Wie wird das Projekt dir angepasst?

Welche Leistung muss die Photovoltaik-Anlage haben, damit dein Auto damit geladen werden kann?

In den meisten Fällen wird die verfügbare Dachfläche den Rahmen der maximal möglichen Anlagenleistung festlegen. Gerne wird das Dach auch komplett bestückt, um möglichst viel Leistung bereit stehen zu haben. Wie oben schon erwähnt wird für dreiphasiges Laden eine Mindestleistung von 4,2 kW AC benötigt. Das heißt, dass auf dem Dach Solarmodule mit mehr als 4,2 kWp liegen müssen. Dächer, die dieses Mindestmaß nicht schaffen, sind für das Laden von Elektroautos leider nicht geeignet. Eine Bewertung deiner persönlichen Wünsche durch einen qualifizierten Experten ist daher wichtig. Diese Bewertung umfasst unter anderem folgende Aspekte:

  • Dachfläche, Dachausrichtung, Verschattungen vor Ort
  • Stromverbrauchsverhalten im Haushalt
  • Zu ladende Batteriekapazität des Elektroautos
  • Geplantes Budget

 

Die Gesamtleistung einer Solaranlage wird in Kilowattpeak (kWp) angegeben. Pro Kilowattpeak erzielst du pro Jahr in der Regel 950 bis 1200 Kilowattstunden (kWh). Dafür benötigst du eine Photovoltaikanlage mit einer freien Fläche für Solarmodulen von circa 8 Quadratmetern. Für wahrscheinlich mindestens notwendige Leistung von 4,2 kW AC werden in der Regel ca. 5 kWp veranschlagt. Das entspricht einer Dachfläche von 40m². Es werden mehr kWp als kW AC benötigt, da der Wechselrichter wie auch die Leitungen und die Ladestation verlustbehaftet sind.

Wie weit kommst du mit der Energie vom Dach?

Der Nutzen hängt maßgeblich vom Fahrstil und der täglich zurückgelegten Strecke ab. Kann das Auto tagsüber geladen werden, so können die bereits erwähnten 5 kWp für einfache Fahrten ausreichen.

Ein konkretes Beispiel mit echten Zahlen:

Im Durchschnitt fährt jeder Deutsche 31 km pro Werktag. Das entspricht einem wöchentlichen Bedarf von etwa 155 km. Bei einem Renault Zoé würde das einen Verbrauch von 20 kWh entsprechen. So können an einem Sommertag mit einer 5 kWp-Solaranlage 33 kWh produziert werden. An diesem Tag erzeugst du also genügend, um deine ganzen wöchentlichen Fahrten mit selbst erzeugtem grünem Strom zu decken. Auch wenn das Wetter mal nicht perfekt ist, reicht der Strom vom Dach noch für viele Fahrten aus.

Welche Vorteile hat das Aufladen deines Elektroautos mit eigenem Solarstrom?

Finanzielle Aspekte

Je größer das Dach, desto spezifisch günstiger wird die Photovoltaik-Anlage. Bei kleineren Dächern mit 40 m² rechnet man eher mit 1600 €/kWp fertig installierter Anlage, inklusive aller Systemtechnik. Ein großes Dach mit über 100 m² kostet pro installiertem kWp nur noch etwa 1320 €. Eine leistungsstärkere Anlage liefert mehr Sonnenstrom der ins Auto fließen kann. Weiterer Überschuss wird im Haus verbraucht oder in das Netz eingespeist. Unser Dach mit 40 m² mit 5 kWp kostet also etwa 8000 €. Die Installation einer Ladestation mit 11 kW kostet zwischen 1500 € und 2500 €. Damit beides auch zusammenarbeitet, braucht es oft noch eine intelligente Steuerzentrale. Diese sitzt mitunter in dem verwendeten Smart-Meter.

Welche Kosten kommen auf dich zu?

  • Im Ökosystem vom Hersteller bleiben

Damit die Ladestation reibungslos mit der PV-Anlage zusammenarbeiten kann, sollte man eine gute Planung als Grundlage haben. Leider fehlt es trotz großer Bemühungen um Standards wie EEBus noch an Möglichkeiten, Komponenten unterschiedlicher Hersteller miteinander zu vernetzen. Daher gibt es oft Sinn, Solar-Wechselrichter und auch die Ladestation vom gleichen Hersteller zu beziehen.

  • Herstellerunabhängig mit Gebühr

Ist deine Photovoltaikanlage schon lange auf dem Dach, wird es nur selten eine systemkompatible Ladestation geben. Die Lösung lautet hier auf einen herstellerunabhängigen Drittanbieter zu setzen. Das ermöglicht eine Vernetzung der Komponenten, aber zu einem Preis. Derartige Schnittstellen kosten oft eine wiederkehrende Gebühr, die bei der oben genannten Ökosystem-Lösung nicht anfällt.

  • Sonderlösungen

Für Nischenanwendungen gibt es auch immer alternative Lösungen. Ein Weg kann sein, dass die Ladestation einen eigenen Energiezähler am Hausanschluss hat. Das erlaubt ihr zu sehen, wann eine ausreichend hohe Einspeiseleistung vorliegt und den Ladevorgang entsprechend zu steuern.

Jedes Projekt ist einmalig und bedarf einer individuellen Planung um eine gleichermaßen funktionelle wie auch wirtschaftliche und ökologisch wertvolle Lösung zu finden.

Es eine verschiedene Anzahl an Förderungen und Zuschüssen, von denen du nach der Installation deiner Photovoltaikanlage profitieren kannst. Das Spektrum an Förderprogrammen ist breit, und wird jeweils vom Bund oder Ländern zur Verfügung gestellt. Diese sind meist auch an Bedingungen verknüpft.

Darüber hinaus ermöglicht eine Photovoltaikanlage deine Stromrechnung zu senken. Das Stichwort lautet hier Eigenverbrauch. Mit deiner PV-Anlage wirst du zum gleichzeitigen Erzeuger und Verbraucher deiner selbst produzierten Energie. Im Laufe des Monats März 2022 lagen beispielsweise die Kosten für Solarstrom vom eigenen Dach zwischen 10 und 13 Cent/kWh. Das ist übrigens bereits seit Jahren deutlich günstiger als der Bezug von Strom aus dem Netz, der aktuell bei 41 Cent pro kWh und auch darüber liegen kann. Am teuersten ist die kWh beim öffentlichen Laden, wo auch schon mal 50 Cent/kWh verlangt werden. Das heißt, zu Hause mit PV Strom laden ist nicht nur sauberer und grüner, sondern immer auch deutlich günstiger!

Umweltfreundliche Vorteile

Laut einer Studie der deutsch-britischen Denkfabrik Ember und Agora Energiewende, wurden im Jahr 2020 über 38.6% des europäischen Strommixes aus erneuerbaren Energien gedeckt. Die größten Zuwachsraten verzeichnet hierbei die Photovoltaik. Diese spektakuläre Entwicklung folgt den Klimaschutzmaßnahmen, mit dem Ziel, die Erderwärmung zu begrenzen und Energie Umweltverträglich zu gestalten.

Als Besitzer einer Solaranlage mit Eigenverbraucher von grüner Energie hilfst du dieses Ziel zu erreichen. So wirst Du selbst wichtiger Teil der Energie- und Verkehrswende.